Hochmatrose Harribeker

Ahoi, refft die Segel, fiert auf die Schott, Ruder ins Luv, alle Mann in die Wanten, Frauen und Kinder zuerst, volle Kraft voraus und Leinen steifholen…
Hochmatrose Harribeker kommt auf Landgang.

Wo er aufkreuzt, wird jedes Publikum zum tosenden Meer, in dem er bravourös seine Manöver vollführt, ohne je den Überblick zu verlieren. Denn er hat mächtig aufgetakelt: In stattlichen drei Metern Höhe hat sich dieser mastbaumlange "Ozeanriese" in seinem Ausguck eingerichtet und lässt von dort so allerhandlei vom Stapel.

Wenn Harribeker mit Nebelhorn und Schifferklavier hantiert, dem Fernrohr die Augen übergehen, wenn er von seinen Morgen-, Mittag- und Abenteuern aus allen zwölf Kontinenten und sieben mal sieben Weltmeeren flunkert und die Zuhörer sich von seinem wild dahergesponnenen Seemannsgarn fesseln lassen, wenn er im Publikum die Angel auswirft und über seine Strickleiter Vorräte bunkert, dann schlagen die Wellen hoch. Dann kommt es schon mal vor, dass Harribeker den Anker mit dem Enterhaken verwechselt und sich sein harmloser Kreuztörn zu einer wilden Kaperfahrt entwickelt. Meerjungfrauen aber vor allemSpirituosen sind dann seine bevorzugte Beute.

Da lässt Harribeker im Eifer des Gefechts schon mal die eine oder andere Breitseite los, die regelmässig mit etlichen Lachsalven beantwortet werden.

Mit sicherem Instinkt umschifft er dabei die Untiefen der seichten Langeweile und nimmt mit voller Fahrt Kurs auf das Kap der guten Unterhaltung.